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ASF - Akkuschleppfahrzeug

letzte Aktualisierung:  02.03.2017    
       

Einem Messeprospekt des Kombinat VEB Lokomotivbau-Elektrotechnische Werke "Hans Beimler" (1971) entnommen ist der folgende Text aus dem Jahr 1971:

 

Das Akkuschleppfahrzeug EL 16 wird zur rationellen Gestaltung der Verschiebearbeiten in Bahnbetriebswerken, zum Umsetzen von Triebwagen, Diesel- und Dampflokomotiven sowie zum Bewegen vor Elektrolokomotiven bei fehlender oder abgeschalteter Fahrleitung eingesetzt.

Die Konstruktion des Akku-Schleppfahrzeuges stützt sich auf Teile der elektrischen Ausrüstung der Akku Grubenlokomotive EL 8, von der seit 1949 nahezu 500 Lokomotiven ausgeliefert wurden. 1966 wurde, die erste Serie des Akku-Schleppfahrzeuges an die Deutsche Reichsbahn ausgeliefert. Durch eine geänderte Getriebeübersetzung kann die Geschwindigkeit des Akku Schleppfahrzeuges so erhöht werden, dass es für kleine Betriebe, Hafenanlagen usw. rationell für den Verschiebe- und Zulieferdienst verwendet werden kann. Gerade für kleine Betriebe, bei denen sich die Anschaffung einer Diesel- oder Elektrolokomotive nicht amortisiert, werden die ökonomischen Vorteile eines Schleppfahrzeuges besonders deutlich sichtbar.

Geringe Anschaffungs- und Wartungskosten, keine Staub-, Geräusch- und Geruchsbelästigung sowie geringe Störanfälligkeit zeichnen das Fahrzeug aus.

AUFBAU DES AKKU-SCHLEPPFAHRZEUGES EL 16

Mechanischer Teil

Der Kastenrahmen ist in Schweißkonstruktion ausgeführt. Das Führerhaus ist in stabiler Bauweise aus Blech gefertigt und auf dem Rahmen aufgeschraubt. Es kann mittels Kranösen abgehoben weiden.

In der Mitte des Führerhauses befindet sich der Bedienungsstand. Hier sind die Geräte und Instrumente für die Bedienung und Überwachung des Akku-Schleppfahrzeuges angeordnet.

Außerdem ist das Führerheus mit Klapptisch, Klappsitz sowie einem Aufbewahrungsfach ausgestattet. An das Führerhaus schließen sich nach vorn und hinten die Vorbauten mit den Batterien an. Die beiden Batteriebehälter lassen sich mit Hilfe einer Hebevorrichtung leicht auswechseln. Um eine gute und bequeme Wartung der Batterien zu gewährleisten, sind die Vorbauten seitlich mit Kloppen und oben mit aufklappbaren Hauben versehen.

RADSÄTZE Die Achswellen tragen die aufgepressten Radscheiben mit den aufgeschrumpften Radreifen. Auf der Achswelle sind weiterhin das Zahnrad für den Antrieb und das Kettenrad für die Rollenkette aufgepresst. Für die Rollenkette ist eine Spannvorrichtung eingebaut. Die Achswelle hat eine Lagerstelle für das Tatzlager des Zwischengetriebes; die Radsätze sind in Wälzlagern gelagert. Die Tragfedern aus Stahl-Blattfedern nehmen die Kräfte auf, die durch die Achsbelastung auftreten, ohne die zulässige Spannung zu überschreiten.

ZUG- UND STOSSVORRICHTUNG Das Fahrzeug ist mit einer Verschiebekupplung aus gerüstet, die beim Gegenfahren gegen die Zughaken eines anderen Fahrzeuges selbsttätig einkuppelt. Ein selbsttätiges Auskuppeln ist nicht möglich; das Auskuppeln erfolgt durch einen Fußhebel von der jeweiligen Stirnseite des Führerhauses aus. Das Kupplungspedal ist in Reichweite des Fahrschalters angeordnet, so dass ein Handrad des Fahrschalters und ein Kupplungsfußhebel gleichzeitig betätigt werden können.

BREMSEN Die fußbediente mechanische Gestängebremse wirkt durch Heruntertreten beziehungsweise Loslassen eines der beiden Fußpedale.

Zur Erhöhung der Bremsleistung (780%) werden die Fahrzeuge jetzt mit einer Handspindelbremse ausgestattet.

SANDSTREUEINRICHTUNG Eine fußbetätigte Sandstreueinrichtung gestattet auf jedem Führerstand des Fahrzeuges das Sanden der jeweils in der Fahrrichtung vorlaufenden Achse. so dass auch bei schlüpfrigem Schienenzustand die volle Zugkraft ausgenutzt werden kann.

Elektrische Ausrüstung

BATTERIE Eine Blei-Akkumulotorenbatterie liefert die elektrische Energie für die Fahrmotoren. Kapazität und Spannung wurden entsprechend der Motorgröße und der erforderlichen täglichen Betriebszeit gewählt. Diese Gewebetaschenbatterie zeichnet sich durch große Lebensdauer aus; sie ist mit vier unverwechselbaren Steckvorrichtungen ausgerüstet.

FAHRMOTOREN Jede der beiden Achsen wird über ein Zwischengetriebe durch einen geschlossenen Gleichstromreihenschlussmotor in Tatzlagerbauart angetrieben, der speziell für Akkumulatorenlokomotiven entwickelt wurde. Beide Antriebsachsen sind durch eine nachstellbare Gelenkkette miteinander verbunden. Dadurch wird trotz der Achsentlastung beziehungsweise Achsbelastung, die beim Schieben oder Drücken auftritt, die volle Zugkraft gesichert.

STEUERUNG Gesteuert wird das, Akku-Schleppfahrzeug durch einen Starkstromnockenfahrschalter vom Führerstand aus. Die Steuerung erfolgt in widerstandsloser Schaltung durch Gruppierung der Batterie, der Fahrmotoren und der Fahrmotorenfelder. Die Nockenwalze kann mit einem der beiden Handräder bedient werden; das Umschalten der Fahrtrichtung erfolgt durch einen der beiden Umschalthebel.

SCHUTZEINRICHTUNGEN Um die Batterie abschalten zu können, ist ein zweipoliges Schütz eingebaut, das über einen Druckknopf vom Führerstand aus ab- beziehungsweise eingeschaltet werden kann. Außerdem sind die Batterie und die Fahrmotoren durch ein thermisches Überlastrelais gegen Überlastungen geschürzt. Beim Reagieren des Relais wird das Batterie-Schütz abgeschaltet. Zum Schutz gegen Kurzschluss sind Sicherungen in die Steckverrichtungen eingebaut.

BELEUCHTUNG Auf jeder Stirnseite ist über dem linken Puffer eine Signalleuchte angeordnet Der Führerraum ist ebenfalls mit einer Leuchte versehen.

SCHEIBENWISCHER Für eine einwandfreie Gleisbeobachtung sind an den seitlichen Stirnfenstern elektromotorisch betriebene Scheibenwischer angebracht, die wahlweise auch einzeln betätigt werden können.

SIGNALEINRICHTUNG Die Warnsignale der zwei elektrisch betriebenen Signalhörner werden über einen auf dem Führerpult angeordneten Drucktaster ausgelöst.

       
Technische Hauptdaten    
Dienstmasse: 12 t +/- 3% Fahrmotoren: 2
Spurweite: 1435 mm Stundenleistung: 17 kW
Achsanordnung: Bo Zugkraft bei Stundenl.: 20 kN
LüK: 4250 mm Hg. bei Stundenl.: 2,8 km/h
Größte Breite: 3000 mm Zugkraft max: 40 kN
Größte Höhe über SO 2800 mm Hg. max: 6 km/h
Treibraddurchmesser: 650 mm    
Achsstand: 1520 mm    
 

Die notwendige Energie wird aus Akkumulatoren bezogen. Sie befinden sich in beiden Vorbauten.

Hersteller des abgebildeten AKKU-Satzes ist die Fa. WerBat aus Weningerode/Harz

 
       

Auf dieser Seite zunächst einige Fahrzeuge die mir als Bild vorliegen und nicht über eine Fabriknummer identifiziert sind:

F.Nr. Bj.   Abn. Einsatz / Verbleib
13208 ? 1971 ?   ? ASF ohne Nr. Dresden Bw Altstadt zuletzt bei DB Regio Dresden Hbf eingesetzt
14267 ? 1974?   ? ASF 2 ex ASF 67??? Zuletzt eingesetzt bei Regio Dresden
20247 ? 1989?   ? ASF 159??? Bw Halberstadt (05.05.2003 vh)
? ?   ? ASF 200 Bw Erfurt (07.2016vh)
? ?   ? ASF 2 BRG AW Wittenberge 15.11.2008 vh
? ?   ? ASF 2 Bw Haltingen 10.06.2012 vh
? ?   ? ASF ohne Nr. Limburg/Lahn 13.05.2009 vh
? ?   ? ASF ohne Nr. Berlin - Grunewald 05.08.2014 vh
       
       

Fahrzeuge mit unbekannter Fabriknummer:




 

 

15.04.2016 im ehemaligen Bw Dresden Altstadt ---- ASF ohne Nr. und Fabrikschild

 
Fahrzeugnummer: ?   Es könnte der ASF 41 - zuletzt bei DB Regio Dresden Hbf eingesetzt, das könnte auch mit den Eigenbaukupplungen passen
Hersteller: LEW /   13208 ???
Baujahr:     1971 ?
Besonderheiten:      

 

ASF 2 Mayenburg 01.09.2010

 

Putlitz am 20.11.2007

Fahrzeugnummer: ASF 2   es könnte ASF 67 ???
Hersteller: LEW / XXXXX   LEW 14267?
Baujahr: ?   1974?
Besonderheiten: Zuletzt eingesetzt bei Regio Dresden    

 

Bw Halberstadt 05.05.2003

 

könnte 159 sein!

Fahrzeugnummer: ASF 159???    
Hersteller: LEW / 20247?    
Baujahr: 1989?    
Besonderheiten:      

 

Bw Erfurt am 11.07.2016 ein Fabrikschild war leider nicht vorhanden...

Fahrzeugnummer: ASF 200    
Hersteller: LEW / XXXXX    
Baujahr: ?    
Besonderheiten:      

 

ASF 2 BRG im AW Wittenberge am 15.11.2008 Fahrzeug entspricht der neueren Bauform, die Fahrzeugnummer 2 dürfte BRG spezifisch sein und nicht der ursprünglichen Nr. entsprechen. Ein Fabrikschild war nicht vorhanden!

Fahrzeugnummer: ASF 2 BRG    
Hersteller: LEW / XXXXX    
Baujahr: ?    
Eigengewicht: ?    
Besonderheiten:      

 

Haltingen 01.10.2009

 
 
 

Bw Haltingen 10.06.2012

Bei der aufgemalten 2 handelt es sich mit Sicherheit nicht um die ursprüngliche Fahrzeugnummer und auch die neue Bauform lässt 2 nicht zu. Bei der 2 dürfte es sich um eine spätere "Zutat" handeln. Zur Identifizierung hilft hier nur die Fabriknummer!

Fahrzeugnummer: ?    
Hersteller: LEW / XXXXX    
Baujahr: ?    
Eigengewicht: ?    
Besonderheiten:      

 

13.05.2009 Limburg/Lahn  -

ASF 20 könnte ex 10 sein > LEW 11362?

Zu dem Fahrzueg wurde ASF 20 notiert - ASF 020 mit der F. Nr. 11499 passt bei genauer Betrachtung nicht - andere Scheibenwischer!

Fahrzeugnummer: ?    
Hersteller: `LEW / XXXXX    
Baujahr: ?    
Eigengewicht: ?    
Besonderheiten:      

 

Berlin - Grunewald 06.2016 es könnte sich um ASF 165 handeln ein Fabrikschild scheint es nicht zu geben - eine Identifizierung über die Fabriknummer steht noch aus!

 

vielleicht lässt sich die Identität über das Typenschild am Führerpult ergründen...

 
 

Berlin - Grunewald 05.08.2014 -----------    könnte sich um ASF 165 handeln - Bestätigung gesucht!

Fahrzeugnummer: ohne    
Hersteller: LEW / XXXXX    
Baujahr: ?    
Eigengewicht: ?    
Besonderheiten:      

 

 

Fahrzeugnummer:      
Hersteller: LEW / XXXXX    
Baujahr: ?    
Besonderheiten:      

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