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Bettungsreinigungsmaschine RM 74

Plasser & Theurer

   letzte Aktualisierung: 22.01.2013

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VDM - NR. Herst. FNr. Bj. Abnahme Typ DR-Nr Einsteller
97 11 34 101 14-8 Dt.Plasser 94 1975 26.10.1975 RM 74U SBR 141 Glb Berlin
97 11 34 501 17-2 Dt.Plasser 101 1976 20.05.1976 RM 74U   J. Hubert, Besitzunternehmen GmbH&Co.KG, Nürnberg
97 11 34 502 17-0 Dt.Plasser 121 1976   RM 74 UHR   Johann Ditandy "97 11 34 502 12-1" -> "97 11 34 502 17-0" + vor 1998
97 11 34 503 14-6 Dt.Plasser 103 1976   RM 74U   Glb Geiseltal
97 11 34 504 14-4 Dt.Plasser 185 1980 22.08.1980 RM 74U   Glb Knappenrode GmbH /-> Jumbo Tec GmbH
               
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Die RM 74-U ist eine universell einsetzbare Bettungsreinigungsmaschine, sie ermöglicht auch die maschinelle Weichenreinigung ohne Weichenausbau. Die Räumbreite der Maschine lässt sich durch Einsetzen von Zwischenstücken in den Kettenquerbalken erweitern.


Die Maschine ist für eine Reinigungsleistung von 550 m³/h ausgelegt und ist serienmäßig für den Einbau einer Sandsanierungseinrichtung vorbereitet.


Der Aufbau der Maschine ist so gestaltet, dass der Schotterfluss ohne zahlreiche Umlenkungen erfolgt, um so Störungsquellen zu minimieren. Der Aufbau hält auch das Maschinengewicht in wirtschaftlichen Grenzen.
An beiden Stirnseiten der RM 74 befinden sich Führerstände mit Führer- und Lotsensitzen. Der Antriebsmotor ist schallisoliert getrennt von den Führerständen angeordnet. Überstellfahrten sind ohne Schutzwagen möglich da das Drehförderband zur Übergabe des Abraums abgeklappt wird.


Die Schaufeln der Aushubkette aus Mangan-Hartstahlguß besitzen nachstellbare Kratzerfinger. Die in den abwärtsführenden Auslegern der Kettenführung integrierte Spanneinrichtung mit großem Spannweg ermöglicht ein rasches Kettenspannen. Der große Spannweg ist besonders von Vorteil bei der Durcharbeitung von Weichen, weil nicht ständig Zwischenglieder eingefügt oder entfernt werden müssen.


Die Seiten- und Höhenverstellung des Querbalkens der Aushubkette erfolgt mittels Hydraulikzylinder. Die Kettenführung ist so konstruiert, dass bei Veränderung der Aushubtiefe die lichte Durchgangsbreite unverändert bleibt.
Die Vibration der Siebanlage bestehend aus 3 übereinanderliegenden sieben mit unterschiedlichen Maschenweiten wird mittels  rotierender Unwuchten erzeugt. Die Siebbreite von 2,1 m zusammen mit der Siebfläche von 21 m² ermöglicht eine hohe Siebleistung. Die trapezförmige Durchbildung der Siebdrähte verhindert weitgehend das Verstopfen des Siebes durch Schottersteine.


Das Überkorn wird mittels einer Schurre zum Hauptförderband gebracht und gemeinsam mit dem Abraum ausgeschieden. Die Siebanlage kann in Überhöhungen bis 150 in der Waagerechten gehalten werden.
Im aufwärtsführenden Teil der Kettenführung ist im oberen Teil ein Schotterleitschieber eingebaut. Bei geöffnetem Leitschieber gelangt der Aushub nicht in die Siebanlage sondern direkt auf das Hauptförderband und wird zum Drehförderband gebracht. Ohne Umbau und Stillstand der Maschine kann von Schotterreinigung auf  Totalaushub  - und umgekehrt – umgestellt werden.


Der gereinigte Schotter wird entweder über Schurren im Bereich der Siebanlage verfüllt und / oder über automatisch schwenkbare Förderbänder mit verstellbarem Schwenkbereich gleichmäßig verfüllt. Ist die Maschine für Weichenreinigung ausgerüstet so kann das rechte Verteilförderband auch den abzweigenden Bereich des Stranges gleichmäßig verfüllen.


Ein Schwellenabstreifer hinter der Schotterverteileinrichtung streift aufliegenden Schotter und planiert Schotteranhäufungen.


Abraum und Überkorn wird vom Sieb über ein starres Förderband (Hauptförderband) dem schwenkbaren Abwurfförderband (Drehförderband) zugeführt. Das Drehförderband kann von der Arbeitskabine mittels Hydraulik verstellt werden. Der Abraum kann neben dem Gleis abgelagert oder auf bereitstehende Waggons verladen werden. Da der Abraum in Arbeitsrichtung vorn verladen wird, kann ggf. herabrieselnder Abraum keinen Schaden anrichten, da dieser Teil des Bettes noch nicht gereinigt wurde. Der Abraum kann über das Drehförderband,  wenn er nicht auf der Böschung abgelagert wird direkt auf Waggons, die im Nachbargleis fahren, verladen werden. Ist diese Verfahrensweise nicht möglich, muss der Abraum auf Waggons verladen werden, die von der Maschine geschoben werden. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, ein Abraumsilo nimmt den Abraum auf, der dann mit einen Muldenkipper auf dem Abraumzug verfahren wird. Die andere Variante benötigt eine Förderbandstraße, die auf Hochwandwaggons montiert wird. 


Die RM 74-U ermöglicht die mechanisierte Weichenreinigung ohne Ausbau der Weiche. Durch Einsetzen von 500 mm breiten Zwischenstücken kann der Kettenquerbalken auf eine maximale Räumbreite von 7,72 m erweitert werden.  
Der Einbau der Kettenglieder ist in relativ kurzer Zeit möglich. Ein Hydraulischer Kran an der Aushubkette erleichtert diese Arbeit. Der Einbau eines Kettengliedes wird in ca. 10 Minuten  bewältigt. Bei freien Bettungsflanken können gleichzeitig mehrere Kettenglieder gleichzeitig ein- oder ausgebaut werden.
Die Räumbreite wird so (lange) angepasst, bis die Durcharbeitung je Strang in herkömmlicher Weise möglich ist.
Bei der Einsatzplanung ist zu beachten, dass die Räumbreite nur in Arbeitsrichtung nach rechts erweitert werden kann! Für die Durcharbeitung einer einfachen Weiche ist der Zeitansatz von ca. 2 Stunden notwendig, was als erheblich wirtschaftlicher gegenüber bisheriger Verfahren zu sehen ist.


Zur Sandsanierung – Einbau einer Sandschicht zwischen Unterbaukrone und Schotterbett - wird  im 1. Arbeitsgang das Schotterbett normal gereinigt, dann der Spezialsand auf das gereinigte Schotterbett gleichmäßig aufgebracht.
Vor der 2. Durcharbeitung wird die RM 74-U umgestellt. Ein feinmaschiges Sieb wir in die Maschine eingebaut und das mittlere Sieb mit einer Gummimatte abgedeckt. Schotter und Sand wird getrennt über das geteilte Verteilförderband zur Einbaustelle befördert. Durch Ablenkhauben wird erreicht, dass erst der Sand auf die Unterbaukrone gelangt, durch einen Verteilpflug planiert und mittels Vibratoren verdichtet wird. Auf das so verfestigte Sandplanum wird der Schotter aufgebracht.
Bei der 2. Durcharbeitung werden Sand und Schotter gemeinsam aufgenommen, der Sand als Unterschicht und der Schotter als obere Schicht eingebracht.


Bei der RM 74-U wurden serienmäßig eine Reihe von Schalldämmmaßnahmen vorgenommen. So wurden die Kabinen mit Schalldämmstoffen ausgekleidet, Bleche die den Schotterfluß ablenken sind mit Gummimatten abgeschirmt und das oberste Sieb der Siebanlage wurde im Bereich der Aushubeinleitung als Gummisieb ausgebildet.  Auch im Bereich der Aushubkette sind zwischen Verschleißblechen Gummizwischenlagen zur Geräuschdämmung vorhanden.


Der Fahrantrieb der Maschine erfolgt hydrostatisch mit Sekundärregelung. Der Arbeitsantrieb erfolgt gleichfalls hydrostatisch auf alle 4 Achsen und ist stufenlos von 0 – 600 m/h regelbar.


Die Maschine kann auf Wunsch mit einer hydraulisch betätigten Gleishebe- und Rückeinrichtung im Bereich der Räumkette ausgerüstet werden. Die Zusatzeinrichtung bedingt allerdings die Vergrößerung des Drehzapfenabstandes um ca. 1400 mm. Die Einrichtung dient der Verminderung der Räumtiefe und zur Umgehung von Hindernissen, wie beispielweise Bahnsteigkanten.

umtiefe und zur Umgehung von Hindernissen, wie beispielweise Bahnsteigkanten.

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Länge (gesamt): 25,705 m Motorleistung: 355 PS (260 kW)
LüP: 23,140 m Siebanlage:  
Höhe über SOK: 4,280 m Maschenweite:  
Laufkreisdurchmesser  Räder:   oberer Siebboden: Gummisieb: 85 mm
0,900 m   Metallsieb: 80 mm
Drehzapfenabstand: 18,100 m mittlerer Siebboden: 50 mm
Achsstand d. Drehgest. 1,800 m unterer Siebboden: 32 mm
Gesamtgewicht je nach Ausrüstung:   Überhöhungsausgl.: 150 mm
62 - 66 Mp Siebfläche: 21 mm²
Achslast: 17,5 Mp Siebbreite: 2,100 m
Hg. Eigenantrieb: 80 km/h Abraumförderbänder:  
Hg. im Zugverband: 80 km/h Reichweite: 5,500 m
Räumbreite serienmäßig: 4,000 m Höhe über SOK: 4,280 m
Räumbreite nach Aufrüstung:      
7,720 m    
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Fahrzeugnummer: 97 11 34 501 17-2  Hubert GmbH
Bauart: RM 74 UHR
Hersteller: Plasser & Theurer
Baujahr: 1976
Fabriknummer: 1101
Eigengewicht:  69 t
Hg.:  90 km/h
Foto: 24.10.2005 in Steinach Strecke Würzburg - Ansbach
Besonderheiten:
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97 11 34 501 17-2 Groß- Gerau 26.07.2009

 

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Köln-Worringen 18.11.1989

 

28.06.1980 Bielefeld-Brake

 

Fahrzeugnummer: später 97 11 34 502 17-0 Johann Ditandy
97 11 34 502 12 Johann Ditandy
Bauart: RM 74 UHR
Hersteller: Dt.Plasser 121
Baujahr: 1976 Abn. 24.03.1977 +vor 1998
Fabriknummer: 121
 
 
Foto: 28.06.1980 Bielefeld-Brake
Besonderheiten:  

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Fahrzeugnummer: 97 11 34 504 14-3 ehemals Glb Knappenrode GmbH
Bauart: RM 74 U
Hersteller: Plasser & Theurer
Baujahr: 1980
Fabriknummer: 185
 
 
Foto: Schwarze Pumpe (Werkstatt JumboTec) Dezember 2001
Besonderheiten: die Maschine wurde verkauft nach Tirnava (CZ)

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