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Versuchsfahrzeug VF1 bei der DB BA 314

letzte Aktualisierung:  25.12.2017    
       
Das Versuchsfahrzeug 1 (VF1) wurde im Jahre 1979 von Krupp (damals noch Krupp Industrie- und Stahlbau, KIS) unter der Fabriknummer 5500 für die Forschungsgemeinschaft Rad/Schiene im Rahmen des damaligen vom BmFT (Bundesministerium für Forschung und Technologie) geförderten Vorhabens "Erforschung der Grenzen des Rad-/Schiene-Systems" gebaut. 

Es handelt sich um einen Messwagen mit zwei Laufdrehgestellen, unter den mittig entweder ein einachsiges oder ein zweiachsiges Versuchslaufwerk untergebaut werden konnte. Diese Versuchslaufwerke konnten mittels sinnvoller Hydraulik an verschiedenen Stellen erregt werden, um den Radsätzen die im Rad-/Schiene-System bekannten Schwingformen (z.B. Sinuslauf, Querschwingen) aufzuprägen. Die durchgeführten Versuchsfahrten dienten dazu, die mittels zuvor entwickelter Computerprogramme ermittelten Bewegungen des Fahrzeugs im Gleis zu verifizieren. Der relativ schwere Fahrzeugkasten simulierte bei diesen Streckenfahrversuchen eine "unendliche Obermasse" für die Rechenprogramme, sodass man mit relativ wenig Rechenoperationen für ein kleines Rechenmodell (nur der Radsatz mit dem Drehgestellrahmen beim einachsigen Versuchslaufwerk bzw. beide Radsätze sowie dem Drehgestellrahmen beim zweiachsigen VLW) auskommen konnte und die Bewegungen des Fahrzeugkastens nicht mit ermitteln musste. Das war bei den bescheidenen Rechnerleistungen Anfang der 80er Jahre wichtig. Das VF1 hatte ursprünglich nur eine Frontscheibe (in Fahrtrichtung rechts), die jedoch vor Inbetriebnahme durch eine zweite ergänzt werden musste. Man konnte von diesem Fahrzeug aus bei geschobenem Zug bremsen. Für die Streckenbeobachtung wurde die zweite Frontscheibe erforderlich.

Martin Welzel

Ergänzung von Heinz Kopp: Das Versuchsfahrzeug 1 hatte bei Inbetriebnahme im Jahre 1979 zwei ( 2 ) zweiachsige Drehgestelle. Zusätzlich, etwa mittig war ein einachsiges Versuchslaufwerk eingebaut. Im weiteren Verlauf wurde auch ein zweiachsiges Versuchslaufwerk eingebaut und erprobt. Später, als Messwagen 314 mit der Nr. 60 80 99 - 80 001-3, so z.B. am 08.09.2001 gesehen, war ein dreiachsiges Drehgestell mittig eingebaut

 
       
       
       
 

04.01.2007 Minden 60 80 99-80 001-3 Dienst üm 314

 

Minden ohne Datum

 
 

Im April 2003 war das Fahrzeug in Minden abgestellt. 

Nach der Übernahme durch die DB hat man den Wagen  zum Messwagen 314 mit der Nummer 60 80 99-80 001-3 gemacht. Auf der Stirnseite prangt groß das ÖBB-Logo und an der Seite steht neben der Wagennummer der grüne Siemens-Schriftzug und darunter SGP - Verkehrstechnik.

 

60 80 99-80 001-3 Dienst üm 314 Minden 30.04.1989

 

Ein Foto des zweiachsigen Versuchslaufwerkes, welches mittig unter dem VF1 eingebaut war. Die Aufnahme entstand am 19.1.82 anlässlich von
Versuchsfahrten zur Messdatengewinnung über das Laufverhalten des
Versuchslaufwerkes, um das entsprechende damals in der Entwicklung befindliche Rechenprogramm zu überprüfen.
Martin Welzel

 

Uelzen 09.1980

 

1979/1980 fanden zwischen Ebstorf und Brockhöfe Versuchsfahrten statt. Dafür wurde die Strecke vermessen und entsprechend markiert.Man wählte diese, damals zweigleisige Srecke aus, weil sie schnurgerade verlief und man fahrplantechnisch auf ein Gleis verzichten konnte.

Dafür wurde in diesem Abschnitt signaltechnisch der zeitweise eingleisige Betrieb installiert. Das heißt, die Blockeinrichtungen und Signale wurden entsprechend angepasst. Diese Fahrten verkehrten im gesperrten Gleis (Gl. Bro-Ebs) nur zwischen den Einfahrsignalen beider Bahnhöfe, wurden aber fahrdienstlich genauso behandelt, wie die regulären Züge.

Der Zug bestand aus einer 216 (immer auf der Ostseite), dem Versuchfahrzeug 1 des BMFT und einem Messsteuerwagen der Versuchsanstalt Minden. Unter dem Versuchsfahrzeug 1 war ein einachsiges Messlaufgestell mit Überbreite. Deshalb musste der Zug auf dem Weg von Uelzen nach Ebstorf (damalige Bezeichnung) >auf dem falschen Gleis< verkehren [siehe Bild oben in Westerweyhe]. In Ebstorf wurde dafür das Weichensignal der W2 für die Profilfreiheit für diese Zeit demontiert.

Mit dem Versuchsfahrzeug 1 war es möglich, bei 100 km/h eine Geschwindigkeit von 200 km/h zu simulieren. Es ist also nie ein Zug zwischen Ebstorf und Brockhöfe mit 200 km/h gefahren wie ab und an gern lokal berichtet wird. Die Strecke war bautechnisch, auch wegen der Bahnübergänge, nur für 100 km/h zugelassen. Jürgen Steinhoff

Bild unten Rückfahrt nach Uelzen in Westerweyhe bei Uelzen

 
 

Bf. Uelzen August 1980 ARGE RAD/SCHIENE Streckenfahrversuch Phase I  Krupp, Maffei, MaK, Krauss, MBB, MAN, Thyssen und Henschel 

der 2 Messwagen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit 61 80 99-92 004-2 Dienst üm 313

 
 
 
 
 
Fahrzeugnummer: 60 80 99-80 001-3    
50 80 09-69 001-9  BMFT ARGE Rad/Schiene
Bauart: Dienst üm 314    
VF1
Hersteller: Krupp / 5500    
Baujahr: 1979    
LüP: 22,24 m    
Eigengewicht: ?    
Hg: 160 km/h    
Besonderheiten:      

 
Fahrzeugnummer:      
Bauart:      
Hersteller:      
Baujahr:      
LüP:      
Eigengewicht:      
Hg:      
Besonderheiten:      

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